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St. Peter Bronnzell

Die Lourdes-Grotte in Bronnzell

Die Mariengrotte am Schneckenrain ist ein Schmuckstück für unseren Ort und eine der ältesten Grottenanlagen im Umkreis. Zwei Versionen existieren von der Gründung: Bei einer Bombardierung, als neben dem Bierkeller des Gasthofes „Ziegelhof“ ein großer Blindgänger genau auf die Straße niederging, hätte die Familie Jehn ein Gelübde abgelegt, eine Mariengrotte zu bauen, wenn sie den Krieg überleben. Eine andere Version besagt, Soldaten aus Bronnzell hätten im Krieg ein Gelübde abgelegt, eine Grotte zu bauen, wenn sie gesund nach Hause kommen.

Ende der vierziger Jahre wurde dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Familie Christian Wirth – Besitzer der Filzfabrik Fulda – stellte den Platz kostenfrei zur Verfügung. Sie hatte den südlichen Hang des Röhlingsberges einschl. des Schneckenraines von Familie Hermann Bockmühl gekauft und zwar bis unten an den Weg, der am Engelbach vorbei zum Eichwald führte. Hier waren in den Steilhang drei Stollen parallel nebeneinander im Abstand von ca. 8 m hineingegraben worden. Diese drei Stollen dienten schon als Bunker vor dem Bombenterror und sollten rückseitig noch miteinander verbunden werden. Wenn ein Ausgang verschüttet werden würde, könnte man noch durch die anderen nach außen gelangen. Aber es kam nicht mehr dazu, der Krieg ging zu Ende und die Grottenanlage wurde im Bereich des ersten dieser drei Stollen begonnen. Viele Dorfbewohner halfen mit, selbst Kinder und Jugendliche. Die Statue der Muttergottes soll von einer Inhaberin eines großen Fuldaer Modehauses gestiftet worden sein, deren Ehemann aus Bronnzell stammte und im Krieg gefallen ist.

Am Sonntag, dem 7. Mai 1950, wurde die neue Grotte eingeweiht. In einer großen Prozession zogen die Gläubigen mit Bischof Adolf Bolte, dem Erbauer der Bronnzeller Kirche Prof. Dr. Dominikus Heller, Kaplan Kribus aus Bronnzell, Dechant Mans und anderen Geistlichen mit vielen Messdienern und bunten Fahnen von der Kirche die Dorfstraße hinunter, in die Straße nach Engelhelms und dann den Weg bis zur Grotte. Die heutige „Bergwiese“ war noch völlig unbebaut. Es war ein großes Fest. Immer wieder wurden und werden bis zum heutigen Tag Prozessionen, Maiandachten und Gebete an der Grotte abgehalten. Sie ist ein Ort der Stille und Sammlung. Der Bronnzeller Bürger Karl Fischer hat jahrzehntelang die Grottenanlage liebevoll gepflegt, Blumen gepflanzt und zu einem Schmuckstück gemacht.

 

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